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Wie wirkt Kanna im Körper? Effekte auf Stimmung und Stress

 

Kanna, oder Sceletium tortuosum, ist eine sukkulente Pflanze, die in Südafrika traditionell gekaut wird – vor allem wegen ihrer stabilisierenden und stimmungsmodulierenden Eigenschaften. Die moderne Forschung liefert Hinweise darauf, warum das so sein kann: Im Fokus steht eine Gruppe von Alkaloiden, die die Serotonin-Signalübertragung und Stress-Schaltkreise im Gehirn beeinflussen.1

Kanna gilt bei typischen Smartshop-Dosierungen nicht als psychedelisch. Die meisten Menschen beschreiben eher subtile Veränderungen in Bezug auf innere Ruhe, Geselligkeit und körperliche Anspannung als eine veränderte Wahrnehmung. Viele nutzen Kanna als sanfte Unterstützung der Stimmung, auch wenn die Reaktionen individuell ausfallen und die Evidenzlage bislang begrenzt ist.2

Was sind die wichtigsten aktiven Verbindungen in Kanna?

Kanna enthält zwei Hauptfamilien von Alkaloiden: Mesembrin-Typen und Joubertiamin-Typen. Mesembrine, Mesembrenone und Mesembrenol sind am besten untersucht und gelten als zentrale Treiber vieler psychoaktiver Eigenschaften der Pflanze.

Diese Alkaloide beeinflussen die Serotonin-Signalübertragung, indem sie den Serotonin-Transporter hemmen und so die Wiederaufnahme verlangsamen. Einige Extrakte zeigen außerdem eine PDE4-Hemmung, die das cAMP-Signalling beeinflusst, das mit Stress und emotionaler Regulation verknüpft ist.

Die Effekte können je nach Pflanzenmaterial und Extrakt variieren. Typische Smartshop-Dosierungen führen eher zu einem geerdeten, funktionalen Profil als zu starken Veränderungen der Wahrnehmung.

Hat Kanna also psychedelische Effekte? Die meisten Hinweise sprechen bei Standarddosierungen dagegen. Die Wirkungen werden meist als stimmungsmodulierend und sanft entspannend beschrieben – ohne halluzinogen zu sein.

Mesembrine, Mesembrenone und andere Alkaloide

Mesembrine scheint das stärkste SERT-aktive Alkaloid zu sein: Es verlangsamt die Serotonin-Wiederaufnahme sanft, sodass die Signalübertragung etwas länger anhält. Mesembrenone und verwandte Verbindungen ergänzen dies durch weitere Aktivität, unter anderem durch eine PDE4-Hemmung.

In einer fMRT-Studie am Menschen verringerte ein Extrakt mit 25 mg die Amygdala-Reaktivität und veränderte ihre Konnektivität mit dem Hypothalamus. Das deutet auf einen Einfluss auf Stress- und Bedrohungsverarbeitungs-Schaltkreise hin.4

Zusammen erzeugen diese Alkaloide das typische Profil von Kanna: klar im Kopf, subtil entspannend und – bei achtsamem Gebrauch – sozial leicht öffnend.

Wie interagiert Kanna mit dem Gehirn?

Nach oraler, sublingualer oder inhalativer Anwendung gelangen Kanna-Alkaloide in den Blutkreislauf und passieren die Blut-Hirn-Schranke. Dort interagieren sie mit SERT, PDE4 und möglicherweise weiteren Rezeptoren, die mit Stress und Motivation zusammenhängen.

Die Interaktion mit SERT verlangsamt den Abbau von Serotonin, was zu einem gelasseneren, sozial offeneren Grundton beitragen kann. Eine PDE4-Hemmung erhöht die intrazellulären cAMP-Spiegel und beeinflusst damit Stressreaktionen und Aufmerksamkeit.

Bildgebende Studien zeigen, dass Kanna die Aktivität der Amygdala verändern kann und die Reaktivität auf Bedrohung reduziert. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2023 fand jedoch keine konsistenten klinischen Hinweise darauf, dass Angst im Vergleich zu Placebo zuverlässig reduziert wird.5

Hemmung der Serotonin-Wiederaufnahme

Serotonin wirkt als Botenstoff zwischen Nervenzellen. Normalerweise entfernt ein Transporter es schnell wieder, wodurch das Signal beendet wird.

Kanna-Alkaloide greifen sanft in diesen Transporter ein. Indem sie die Wiederaufnahme von Serotonin verlangsamen, bleibt es in der Synapse etwas länger aktiv. Der Mechanismus ähnelt in Teilen den Prinzipien hinter SSRI, allerdings ist Kanna milder, in seiner Potenz variabel und sollte nicht als Ersatz für verschreibungspflichtige Medikamente genutzt werden. In der Forschung wird dieser Prozess häufig als serotonin reuptake inhibition of Sceletium tortuosum beschrieben.3

Dopamin-Bahnen und Stress-Schaltkreise

Einige Alkaloide könnten außerdem in geringem Maß mit dopaminbezogenen Systemen interagieren. Das kann zum funktionalen Charakter von Kanna beitragen – eher ausgleichend als deutlich sedierend oder stark stimulierend.

fMRT-Arbeiten deuten darauf hin, dass Kanna die Reaktivität der Amygdala senken kann. Das könnte erklären, warum Nutzerinnen und Nutzer berichten, sich weniger angespannt zu fühlen oder seltener in Grübelspiralen festzuhängen. Die Evidenz dafür, dass klinische Angstzustände reduziert werden, bleibt jedoch gemischt.4

Was passiert im Körper, nachdem du Kanna eingenommen hast?

„Wie wirkt Kanna im Körper?“ ist eine häufige Frage. Die Antwort hängt davon ab, wie sich die Alkaloide nach der Aufnahme über den Blutkreislauf verteilen und anschließend mit Rezeptoren interagieren.

Nach der Aufnahme werden Kanna-Alkaloide im Körper verteilt, in der Leber verstoffwechselt und wieder ausgeschieden. Pharmakokinetische Daten beim Menschen sind bislang begrenzt.

Manche Menschen bemerken weniger Muskelspannung, eine leichte Körperwärme oder eine subtile Veränderung der Stimmung. Kontrollierte Studien und toxikologische Bewertungen zeigen, dass standardisierte Extrakte insgesamt meist gut vertragen wurden.6

Eintritt und Intensität variieren je nach Darreichungsform, zum Beispiel gekautes Blatt, Extrakte, Kapseln oder verdampftes Material.

Kanna-Effekte: Eintritt, Dauer und was Menschen typischerweise bemerken

Viele Leserinnen und Leser, die sich mit Kanna beschäftigen, interessieren sich nicht nur dafür, wie es wirkt, sondern auch dafür, wie sich die Effekte im Alltag anfühlen, wie schnell sie einsetzen und wie lange sie typischerweise anhalten. Die Herausforderung ist, dass Kanna-Produkte stark in Alkaloidprofil und Stärke variieren und die individuelle Empfindlichkeit unterschiedlich ist.

Vor diesem Hintergrund sollten die folgenden Zeitangaben als allgemeine Bereiche verstanden werden – nicht als Garantie.

Eintritt und Dauer nach Darreichungsform

Darreichungsform Eintritt (ca.) Höhepunkt (ca.) Dauer (ca.)
Sublingualer Extrakt 10 bis 30 Minuten 30 bis 90 Minuten 2 bis 4 Stunden
Oral (Kapseln, geschluckter Extrakt) 30 bis 90 Minuten 1 bis 3 Stunden 4 bis 6 Stunden
Gekautes Pflanzenmaterial 15 bis 45 Minuten 45 bis 120 Minuten 3 bis 5 Stunden
Inhaliert oder verdampft 1 bis 5 Minuten 10 bis 30 Minuten 30 bis 90 Minuten

Nahrungsaufnahme, Stress, Schlaf, Koffein und die Produktkonsistenz können dieses Timing beeinflussen. Wer die eigene Reaktion besser verstehen möchte, lernt meist mehr, wenn das Format gleich bleibt und Notizen gemacht werden, statt mehrere Variablen gleichzeitig zu ändern.

Häufig berichtete Kanna-Effekte

Bei typischen Smartshop-Dosierungen wird Kanna meist als klar im Kopf und funktional beschrieben – eher nicht berauschend. Häufig geht es um subtile Veränderungen im emotionalen Grundton und in der körperlichen Anspannung, nicht um starke Veränderungen der Wahrnehmung.

  • Emotionaler Grundton: ein ruhigerer Ausgangszustand, weniger Stressreaktivität oder ein leichter Stimmungsaufheller
  • Soziales Erleben: etwas leichtere Gespräche oder mehr Komfort in sozialen Situationen
  • Körperliche Effekte: weniger Muskelspannung, leichte Wärme oder eine „weichere“ körperliche Stressreaktion
  • Fokus: gelegentlich ein gleichmäßigerer Aufmerksamkeitsfluss, wobei das je nach Person und Extrakt variiert

Mögliche Nebenwirkungen und wann Vorsicht sinnvoll ist

Nebenwirkungen sind meist mild, wenn sie auftreten – sie kommen aber vor, besonders bei stärkeren Extrakten oder wenn jemand empfindlich auf serotonerge Verbindungen reagiert.

  • Übelkeit oder Magenbeschwerden, häufiger bei oraler Anwendung
  • Kopfschmerzen oder leichter Schwindel
  • Unruhe oder ein leichtes Gefühl von Überstimulation
  • Schlafstörungen, wenn es spät am Tag eingenommen wird

Wie Kanna im Vergleich zu anderen Stimmungsaufhellern abschneidet

Kanna liegt häufig zwischen Nootropika und klassischen Psychedelika: spürbar, aber in der Regel subtil. Die kombinierte Aktivität auf SERT und PDE4 macht das Profil eher emotional als rein kognitiv.

Vergleiche mit SSRI sind verbreitet, weil beide Serotonin beeinflussen, der Kontext ist jedoch unterschiedlich. SSRI sind regulierte Arzneimittel mit klarer Dosierung, Überwachung und definierten Risikoprofilen; Kanna ist ein traditionelles Botanikum mit variabler Potenz und deutlich weniger Evidenz.

Kanna vs. SSRI (Überblick)

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen Kanna und SSRI. Das ist kein medizinischer Vergleich, sondern eine einfache Orientierung, wie sich ein traditionelles Botanikum und ein reguliertes verschreibungspflichtiges Arzneimittel in Bezug auf Anwendung, Evidenz und Sicherheitsaspekte unterscheiden.

Merkmal Kanna SSRI
Regulatorischer Status Botanikum oder Nahrungsergänzungsmittel Verschreibungspflichtig
Mechanismus SERT-Hemmung + mögliche PDE4-Hemmung Primär SERT-Hemmung
Evidenzlage Begrenzte Studien am Menschen; gemischte Ergebnisse Umfassende klinische Forschung
Potenz und Konsistenz Variabel je nach Extrakt Standardisiert und reguliert
Anwendungsmuster Gelegentlich oder kurzfristig Täglich, medizinisch begleitet
Wechselwirkungen Serotonerge Medikamente meiden Unter ärztlicher Betreuung gemanagt

Beginne, beende oder ändere verschreibungspflichtige Medikamente nicht aufgrund der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.

Sicherheit, Wechselwirkungen und wichtige Hinweise

Kanna scheint bei typischen Smartshop-Dosierungen im Allgemeinen gut verträglich zu sein, auch wenn die Datenlage begrenzt ist. Da Kanna Serotonin beeinflusst, besteht ein reales Risiko für Wechselwirkungen mit serotonergen Medikamenten. Bei Kanna safety interactions geht es vor allem um Substanzen, die Serotonin beeinflussen – kombiniert kann das das Risiko unerwünschter Effekte erhöhen.6

Kombiniere Kanna nicht mit:

  • SSRI, SNRI, MAOI
  • Triptanen und anderen serotonergen Wirkstoffen
  • Nahrungsergänzungsmitteln, die bekanntermaßen Serotonin-Pfade beeinflussen

Alkohol kann Schwindel oder Sedierung verstärken; teste Kanna zuerst allein, bevor du es kombinierst. Wenn du schwanger bist, stillst oder Herz-Kreislauf-Probleme, Krampfleiden oder psychische Erkrankungen hast, solltest du vor der Anwendung ärztlichen Rat einholen.

Reverse Toleranz

Einige Nutzerinnen und Nutzer berichten, dass sie sich nach wiederholten Sessions bei gleicher Dosierung klarer fühlen. Das ist bislang anekdotisch. Kontrollierte Studien haben keinen Mechanismus bestätigt. Unabhängig davon ist es sinnvoll, langsam vorzugehen, Ruhetage einzuplanen und die Dosis nicht schnell zu steigern.

Solltest du Kanna ausprobieren?

Kanna kann für dich interessant sein, wenn du eine subtile, natürliche Unterstützung der Stimmung suchst, die Serotonin- und Stress-Schaltkreise beeinflusst, ohne psychedelische Effekte auszulösen. Weniger geeignet ist es, wenn du dramatische Veränderungen erwartest oder serotonerge Medikamente einnimmst.

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Wenn du es ausprobieren möchtest, starte mit einer niedrigen Dosis, wähle eine ruhige Umgebung und beobachte, wie dein Körper reagiert. Weitere Informationen zu Nebenwirkungen und Dosierung findest du in unseren umfassenden Lernressourcen.

Referenzen

  1. Smith MT, Crouch NR, Gericke N, Hirst M. Psychoactive constituents of Sceletium tortuosum. J Ethnopharmacol. 1996;50(3):119-130. doi:https://doi.org/10.1016/0378-8741(96)01382-0 ↩︎
  2. National Center for Biotechnology Information. Sceletium tortuosum. PubChem Compound Summary. Accessed 2025. https://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov ↩︎
  3. Harvey AL, Young LC, Viljoen AM, Gericke N. Pharmacological actions of the South African medicinal and functional food plant Sceletium tortuosum and its principal alkaloids. J Ethnopharmacol. 2011;137(3):1124-1129. doi:https://doi.org/10.1016/j.jep.2011.07.035 ↩︎
  4. Terburg D, Syal S, Rosenberger LA, et al. Acute effects of Sceletium tortuosum extract on amygdala reactivity in humans: A randomized placebo-controlled fMRI study. J Psychopharmacol. 2013;27(9):867-876. doi:https://doi.org/10.1177/0269881113490326 ↩︎
  5. Lopresti AL. A systematic review of Sceletium tortuosum for mood, anxiety, and stress. J Altern Complement Med. 2023;29(1):12-22. doi:https://doi.org/10.1089/acm.2022.0317 ↩︎
  6. European Medicines Agency. Assessment of traditional herbal substances: Sceletium tortuosum. EMA Herbal Monograph. Published 2021. https://www.ema.europa.eu ↩︎
 
Veröffentlicht in: Herbs, Kanna